Vorwort
"Die
Unwissenden sind sich ihrer Sache immer sicher,nur
die intelligenten Menschen haben Zweifel."George
Bernard Shaw
Oder
die Wahrheit hinter dem vermeintlichem Völkermord
an den Armeniern.
Alle Fakten kurz und bündig als PDF.
Die Massaker von 1915/16 an den Armeniern waren weder Dschihad noch geplante Ausmerzung. Die Türken standen im Krieg, wurden provoziert und verteidigten ihr Reich, behauptet Historiker Norman Stone.Hier ein Auszug aus seinem Artikel:
«Der armenische 'Genozid' ist eine imperialistische Verschwörung.» Dies sind die Worte von Dogu Perinçek, einem türkischen Marxisten, und er sprach sie in der Schweiz. Die Schweiz Land der Freiheit und der freien Rede hat ein (durch Volksabstimmung gebilligtes) Gesetz erlassen, das das Leugnen von Völkermord unter Strafe stellt. Das Gesetz wurde ursprünglich formuliert, um gegen Holocaust-Leugner vorgehen zu können. Es definiert nicht genau, was unter Völkermord zu verstehen ist und welche historischen Ereignisse als Genozid zu werten sind. Offenbar fallen die Massaker gegen die osmanischen Armenier im Jahre 1915 unter die Definition, denn Dogu Perinçek wurde von der Polizei einvernommen, nachdem er seine kritische Aussage gemacht hatte.
Die Polizei interessierte sich auch für Betrachtungen, die ein türkischer Historiker, Yusuf Halaçoglu, angestellt hatte. Halaçoglu, der eine historische Stiftung leitet und der die die armenische Frage von 1915 betreffenden Dokumente einem eingehenden Studium unterzogen hat, sagte in der Schweiz, dass es keine geplante türkische Ausrottung der Armenier von Anatolien gegeben habe: Hunderttausende seien wegen einer Rebellion deportiert worden, und viele von ihnen seien an Krankheit oder Hunger gestorben. Dies ist eine vertretbare These, die Geschichtsforscher, die mit den Quellen vertraut sind, akzeptieren oder zumindest ernst nehmen. Nun existiert aber eine armenische Diaspora, der es irgendwie gelungen ist, diese oder jene öffentliche Körperschaft davon zu überzeugen, «Genozidleugnung» zu einem Verbrechen zu machen. Im Falle von Professor Halaçoglu wurde sogar die Interpol eingeschaltet.
Tod in der Verbannung
Dogu Perinçek, als ein altes marxistisches Schlachtross bekannt, und ich selber, der einst Reden für Margaret Thatcher schrieb, sind politisch meilenweit voneinander entfernt, aber ich stimme mit ihm völlig überein, was die armenische Angelegenheit betrifft, oder ich bin zumindest nicht von den Genozidvorwürfen überzeugt. Wenn die armenische Diaspora selber ihrer Sache so sicher ist, sollte sie ihren Fall einem ordnungsgemässen Gericht unterbreiten. Sie hat dies nie getan und es vorgezogen, diverse Politiker so zu betören, zu verwirren, anzuöden oder zu bestechen, dass sie diesen oder jenen Gesetzesentwurf einbrachten.
Hans-Lukas Kieser vertritt in seinem Artikel in der Weltwoche (Nr. 42.06) die Auffassung, dass im Jahre 1915 ein Völkermord an den Armeniern begangen wurde. Nun stimmt es, dass damals die armenische Bevölkerung von fast ganz Anatolien deportiert wurde und dass es zu einigen wohldokumentierten Massakern kam. Missionare und Diplomaten waren Zeugen dieser Ereignisse und haben über sie Bericht erstattet. Es gibt Auseinandersetzungen über die Zahl der Umgebrachten und darüber, wie sie starben. Yusuf Halaçoglu (dessen Werk von Kieser nicht erwähnt wird), der sich auf von osmanischen Behörden erhobene Statistiken beruft, nennt die Zahl von 550000 Deportierten und sagt, von diesen seien 50000 gestorben, wobei die Hälfte davon getötet wurde. Ein besonders grauenhaftes Massaker wurde in der Nähe von Erzincan veranstaltet, und die Flüsse waren voller herabtreibender Leichen. Im Exil starben die Deportierten an Hunger und Seuchen. Stanford Shaw (von Kieser auch nicht erwähnt) er war Professor in Kalifornien nennt die Zahl 300000. Diaspora-Armenier, die 300000 als eine verharmlosende Beleidigung empfanden, versuchten, Shaws Haus mit einer Feuerbombe in Brand zu stecken. Wie gross war der Anteil der Gesamtbevölkerung Anatoliens, der in jener Zeit an Hunger oder Epidemien starb? Ein Viertel? Ein Drittel? Niemand weiss es wirklich.
Im Jahre 1914 brach ein Krieg zwischen Russland und der Türkei aus, wobei die Russen sich auf christliche Solidarität mit den Armeniern beriefen. In der russischen Armee dienten vier armenische Regimenter, und als sie die Grenze überschritten, rebellierten die Armenier in der Stadt Van. Die Osmanen beschlossen darauf, die armenische Bevölkerung, die etwa einen Fünftel der Gesamtbevölkerung Anatoliens ausmachte, zu deportieren. Viele, sehr viele starben. War dies ein beabsichtigter Völkermord, oder bedeutete die «Deportation» nach Syrien das, was das Wort besagt?
Es gibt verschiedene Dinge dazu zu sagen. Erstens einmal: Viele Armenier überlebten. Kieser erwähnt dies nicht, aber die Armenier in den Städten Istanbul und Izmir wurden nicht deportiert. Diejenigen in Aleppo überlebten ebenfalls. Wenn man den Vergleich mit dem Holocaust anstellen will, dann ist dies, wie wenn die Juden von Berlin, Wien und Frankfurt verschont worden wären. Würde Hans-Lukas Kieser Stanford Shaws fünfbändige Geschichte des türkischen Unabhängigkeitskriegs lesen (in seinem Artikel unerwähnt), würde er begreifen, was geschah. Die Armenier wurden deportiert und starben in grosser Zahl. 1917 wurde ihnen die Rückkehr nach Ostanatolien erlaubt. 1918 wurde Armenien unabhängig. Mit der Unterstützung von Grossbritannien und Frankreich machten sich die Armenier daran, einen Staat zu schaffen, der grösser ist als das heutige Armenien (unter anderem beanspruchten sie Batum, Erzurum und verschiedene andere Städte). Nebenbei gesagt, praktizierten sie dabei in grossem Stil, was man heute «ethnische Säuberung» nennt.
Opfer einer Verschwörung
Ein junger Historiker der Universität Harvard, der auf das Osmanische Reich und das zaristische Russland spezialisiert ist, hat das Geschehen dokumentiert (auch seine Forschungsarbeit bleibt bei Kieser unerwähnt): Die Armenier verliessen die wichtigsten Städte der Türkei, um sich im neuen Armenien niederzulassen. 1920 brach Nordarmenien zusammen. Kurz darauf flohen auch Hunderttausende von Südarmeniern auf französisches Gebiet, Syrien, Libanon, Tunesien und schliesslich auch nach Frankreich selber. Die Niederlage Nordarmeniens wird übrigens von dem armenischen Historiker Richard Hovannisian (einem ehemaligen Mitarbeiter Stanford Shaws) ausgezeichnet beschrieben. Sein vierter Band ist meiner Ansicht nach ein Klassiker. Es ist eine ungeheuer traurige Geschichte, denn jeder, der mit der Türkei vertraut ist, wird mir beipflichten, wenn ich das Verschwinden der Armenier (wie auch der Griechen) aus der Türkei zutiefst bedaure. Um aber gegenüber den Türken fair zu bleiben, muss man auch sagen, dass sie Opfer einer «imperialistischen Verschwörung» wurden und dass die Armenier sich dabei als Werkzeug benutzen liessen.
Wollte die osmanische Regierung 1915 die Armenier auf die gleiche Weise ausrotten, wie dies Hitler später mit den Juden tun sollte? Bernard Lewis, dem eminenten Historiker und Islamkenner der Universität Princeton, wurde diese Frage von Le Monde gestellt, und er wich einer direkten Antwort aus. Er sagte: «Es hängt davon ab, was man unter 'Genozid' versteht.» Darauf wurde er von Armeniern vor Gericht gezerrt. Er gewann vier der Verfahren, worauf seine Gegner Berufung einlegten. (Bernard Lewis ist heute neunzigjährig, und seine erstmals 1963 veröffentlichte Geschichte der modernen Türkei ist immer noch erhältlich.) Lewis verlor den fünften Prozess und wurde zur Bezahlung einer symbolischen Strafe von einem Franc verurteilt, weil er die Gefühle von Menschen verletzt habe. Die französische Justiz ist wahrhaft bizarr. Die Tatsachen geben Bernard Lewis recht: Es gibt kein Dokument, das zeigt, dass die osmanische Regierung «Völkermord» beabsichtigte.
Ein intelligenter Gelehrter auf der armenischen Seite, der türkische Historiker Taner Akçam, vertritt die Auffassung, dass gerade das Fehlen eines Dokuments für einen «Völkermord» spricht. Der bekannteste Autor zum Thema der armenischen Frage ist Vahakn Dadrian, der unermüdlich die Völkermord-These vertritt. Dadrian verteidigt Dokumente als echt, die allgemein als Fälschungen betrachtet werden, und zwar als Fälschungen, die nicht weniger grotesk sind als die berüchtigten «Hitler-Tagebücher»: 1920, als Armenien im Begriffe war zusammenzustürzen, legte ein Journalist namens Andonian Dokumente vor etwa vierzig angebliche Telegramme, die zeigen sollten, dass der osmanische Grosswesir Talaat die Vernichtung der Armenier befahl, einschliesslich Kindern in Waisenhäusern. Diese Dokumente wurden nach London und Paris weitergeleitet. Sie wurden von den britischen Justizbehörden nie verwendet, und auch ein deutsches Gericht, das den Fall des späteren Mörders von Talaat behandelte (und diesen freisprach), anerkannte sie nicht. Die besagten Dokumente sind inzwischen verschwunden was kaum für ihre Authentizität spricht. Trotzdem verteidigt Dadrian sie.
«Beweise» sind Fälschungen
Was lässt sich über die angeblich den Genozid beweisenden Dokumente sagen? Das Papier, auf dem sie geschrieben waren, stammt von einer französischen Schule in Aleppo. Dadrian erklärt dies mit einer 1915 herrschenden Papierknappheit. Die Unterschrift des Gouverneurs ist falsch. Dadrian: Die Leute ändern ihre Unterschriften. Die Datierung ist falsch, weil der Fälscher nicht realisierte, dass das muslimische Jahr im März beginnt, und deshalb die Dokumente mit einer Jahreszahl datierte, die unserem 1916 und nicht unserem 1915 entspricht. Diese offensichtlich gefälschten Dokumente sind das einzige direkte Beweisstück für einen von den Osmanen bewusst beabsichtigten «Völkermord». Es gibt in diesem Zusammenhang noch weitere Beweisfetzen, die der sehr respektierte amerikanische Historiker Guenter Lewy (Amherst-Universität, Massachusetts) darlegt. Sein Verleger ist gewöhnlich die Oxford University Press. Dieser Verlag hat sich geweigert, sein Buch über die armenischen Massaker zu publizieren, mit der Begründung, er vertrete einen «türkischen Leugnungsdiskurs». Das wissenschaftlich seriöse Buch wurde dann von der Universität Utah publiziert.
Wir kommen nun zum Kern der Sache. Die Briten besetzten Istanbul von Ende 1918 bis Ende 1922. Sie hatten freien Zugang zu den Archiven, und sie verhafteten 150 prominente Türken, die sie auf Malta festhielten. Keine Beweise, die ihnen Genozid nachweisen würden, sind je aufgetaucht. In ihrer Not wandten sich die Briten an das amerikanische Staatsdepartment und fragten, ob dieses irgendwelche belastende Unterlagen gegen die türkischen Beamten besässe. Immerhin waren amerikanische Konsuln Zeugen der Ereignisse von 1915 und 1916 gewesen. Die Antwort der Amerikaner: Wir besitzen keine Beweise. Nun werden Historiker aus der armenischen Diaspora behaupten, dass a) die türkischen Nationalisten die britischen Offiziellen unter Druck setzten und b) die Amerikaner bereits damals begannen, sich für das Öl im Nahen Osten zu interessieren, und es deshalb vermieden, die Türken vor den Kopf zu stossen. Wie dem auch sei: Sind dies wirklich schlüssige Argumente für einen «Völkermord»?
Die
Autoren, die die These eines „Völkermords“ an
Armeniern vertreten, benützen
die Methode des Verschweigens, um die eigenen Behauptungen
glaubhaft
zu machen. Bestimmte Tatsachen aus der Geschichte
werden hell beleuchtet,
andere, ebenso wichtige Tatsachen werden jedoch in
völliger Dunkelheit belassen:
1.
Man stellt das Leiden der Armenier dar, blendet aber
das Leiden der
Moslems in den Händen der armenischen Banden
aus.Auch werden die grauenhaften Massaker und ethnischen
Säuberungen an den osmanischen Türken schlichtweg
unterschlagen.
2.
Weiterhin verschweigt man, daß das ganze Blutbad
von armenischen
Terrororganisationen gezielt vorbereitet wurde, und
zwar Jahrzehnte
lang, ihrerseits angeleitet und unterstützt vom
zaristischen Rußland.
3.
Das koordinierte Vorgehen der armenischen Terrororganisationen
gemeinsam
mit den Alliierten im I. Weltkrieg wird verleugnet.
4.
Auf diese Weise wird aus einem gegenseitigen Morden,
das von armenischen
Organisationen und den Alliierten bewußt provoziert
wurde,
um den Kriegsgegner (osmanisches Reich) von Innen
zu schwächen,
ein Völkermord, den die Türken an den Armeniern
verübt haben sollen.
Der
Brief des amerikanischen Missionars Cyrus Hamlin aus
dem Jahr 1893, in
dem Hamlin das ganze Geschehen vorweg nimmt und die
Hintergründe aufzeigt,
wird von Autoren wie Akçam, Gust, und Dadrian
überhaupt nicht erwähnt.
Auch die zwei Bücher von Hamlin werden verschwiegen.
Ebenso fehlen
jegliche Hinweise auf Goodell, Herbert, Papazian und
Sonyel-auch namhafte und bekannte Historiker wie:McCarthy,Lewy,Lewis,Veinstein,Derya
Tulga,Söylemezoglu,Özgönül usw.
Das kann nicht daran liegen, daß man diese Autoren
“übersehen” hat, denn sie werden in den türkischen
Publikationen, die die Genannten in ihren Bücherlisten
anführen, sehr wohl erwähnt. Die einzige
Erklärung ist: Die Werke dieser amerikanischen,armenischen
oder britischen Autoren passen nicht ins Konzept eines
“Völkermords an Armeniern” und werden schlicht
totgeschwiegen.
Dort,
wo weithin bekannte Autoren nicht ignoriert werden
können und in die
Bibliographien aufgenommen werden (Nalbandian, Langer,
Shaw), werden die
Aussagen dieser Autoren, die der These des Völkermords
widersprechen oder
sonst nicht ins Konzept passen, weil sie z. B. den
Terror der armenischen Ban-
den verdeutlichen, einfach ignoriert. Offenbar sieht
man sich nicht in der Lage,
die Aussagen dieser Autoren durch Kritik zu entkräften,
man kehrt das Unliebsame unter den Teppich.
Konkretes Beispiel hierzu: Taner Akçam, ein
Mitarbeiter des Hamburger Orient
Instituts, schreibt ein Buch mit dem Titel „Armenien
und der Völkermord“,
“vergißt” jedoch zu erwähnen, daß
der langjährige Leiter seines eigenen
Instituts, Udo Steinbach, in einem Buch über
die Türkei folgendes feststellt hat:
Im ersten Weltkrieg kamen in der Türkei ca. 800.000
Armenier, aber 2,5 Millionen Moslems/Osmanen um.[Von
diesen 2,5 Mio wurden alleine schon 518.000 Türken
von den Armenischen Banden massakriert.Anm.d. Erst.]
Die armenischen Revolutionäre haben die Massaker
an den Armenier bewußt
provoziert und haben diese Tatsache sogar in ihren
Parteiprogrammen festgehalten,wie man bei (der armenisch–stämmigen Autorin)
Nalbandian nachlesenkann. Taner Akçam sinniert 4,5 Seiten über
„Spannungen zwischen Muslimen und Nichtmuslimen“ im 19. Jahrhundert und bringt dabei
das Kunststück fertig, kein einziges Wort über den bewaffneten
Kampf und die Terrorüberfälle der armenischen Revolutionäre zu verlieren, über
die Nalbandian ein ganzes Buch geschrieben hat und über die Shaw,McCarthy,Derya
Tulga und Cem Özgönül ausgiebig berichten.
Die Autoren müssen Akçam bekannt sein,
denn er gibt sowohl Nalbandian als auch Shaw in seiner
Literaturliste an. Dennoch sucht man in seiner Arbeit
vergeblich eine Stellungnahme zu den Aussagen der
Autoren. Hat er die Bücher, die er angibt, nicht
gelesen? Für dieses Verschweigen gibt es nur
eine Erklärung:
Akçam will die betreffenden Stellen nicht erwähnen,
weil sie ihm nicht in das
Konzept passen.
Akçam und nicht nur er sondern auch Hofmann
und die meisten armenischen Historiker arbeiten mit
Auslassungen,auch beruhen ihre Anschuldigungen auf
den gefälschten "Talaat Telegrammen"
und den Fälschungen Lepsius'. Wesentliche Aspekte
des Geschehens werden ausgeblendet. Das ist eine Vorgehensweise,
die wir bei allen Verfechtern der “Völkermord–These”
beobachten können.
Auch
will ich hier erwähnen,dass nicht die türkischen
Archive geschlossen sind-sondern die armenischen selbst-oder
nur sehr schwer zugänglich.Warum?
Auch
ist mir unverständlich warum die von der türkischen
Regierung und seinen Historikern immer wieder einberufenen
Historiker-Konferenzen von den Armeniern und ihren
"Völkermords" Thesen Verfechtern strengstens
gemieden werden.Warum?Was hat man zu verbergen?
Denken
Sie mal darüber nach...
[Auch
der deutsche Bundestag griff bei seiner Resolution
2005 auf diese Lepsius'schen Aktenedition zurück..auf
ein Archiv voll gefälschter und manipulierter
Akten..]
"The
exact contrary of what is generally believed is often
the truth."
[Der
genaue Gegenteil dessen, das allgemein geglaubt wird,
ist häufig die Wahrheit]
Jean
de la Bruyère
Das "Blaue" Buch
Das
zentrale Dokument, das von den armenischen Lobbyisten
heute gegen die Türkei verwendet wird, ist das
"Blaue Buch", das von Viscount Bryce und
Arnold Toynbee 1916 geschrieben wurde. Es war eine
der Produktionen des "Wellington House",
einer Kriegspropaganda-Einheit, offiziell als "Kriegs-Propaganda-Büro"
(War Propaganda Bureau) bekannt. Dank dem zufälligen
Überleben eines Notizbuches, ist es möglich
zu sehen, dass die Berichte in diesem Buch, nicht
auf den zuverlässigen Quellen beruhen auf die
Bryce und Toynbee sich berufen, sondern dass es sich
zumeist um Gerüchte handelt, die von amerikanischen
Missionaren in der Türkei in Umlauf gebracht
wurden. Morgenthau, Lepsius und andere anti-osmanische
Autoren beriefen sich auf dieselben Quellen, die mehrfach
aufbereitet und veröffentlicht wurden. Obwohl
es einen Zusammenbruch der Ordnung in den letzten
Jahren des osmanischen Anatoliens gab und Millionen
Menschen aller Nationalitäten infolge des Krieges
dort starben, können die Geschichten der Greueltaten
in dem "Blauen Buch" als unwahr zurückgewiesen
werden.
"I
have really found it impossible to sit down and dictate
a letter quietly. So I have instructed (Hagop) Andonian
to take my diary and copy it with some elaborations
of his own. Of course this relieves me of all responsibility
for any error."
Henry
Morganthau, U.S. Ambassador to the Ottoman Empire
(Lowry, 1990; Franklin Delano Roosevelt Presidential
Library, New York, Letters; Box 7 May 11, 1915; Box
1 2 September 1, 1915; Box 8 July 13, 1915)
Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges richtete man im
"Wellington House" in London eine geheime
Propaganda-Einheit ein. Ihr Ziel war es, die Feinde
Englands zu diskreditieren und gleichzeitig die Unterstützung
für die englische Sache in Amerika aufzubauen
und die Motivation für den Krieg in England zu
verstärken. Der Leiter des "Wellington House"
war Charles Masterman, ein liberaler Abgeordneter
und ein enger Vertrauter von Lloyd George. Unter seinen
Mitarbeitern war Viscount Bryce, ein patrizischer
Intellektueller, der als britischer Botschafter in
den Vereinigten Staaten gedient und viele Freunde
dort hatte. Einer seiner Stellvertreter war Arnold
Toynbee, damals ein junger Historiker.
“I
was being employed by His Majesty’s Government to
compile all available documents on the present treatment
of the Armenians by the Turkish Government in a 'Blue
Book,' which was duly published and distributed as
war-propaganda!”
Arnold
Joseph Toynbee, "The Western Question in Greece
and Turkey: a Study in the Contact of Civilizations,"
Boston, Houghton Mifflin, 1922, p. 50.
Die
Akten des "Wellington House" wurden am Ende
des Krieges zerstört und die Tatsache seiner
Existenz wurde bis 1935 nicht entdeckt. Doch dank
dem zufälligen Überleben eines Notizbuches
mit den Quellen, das als normales Buch gebunden und
auf einem Regal aufbewahrt wurde, sind uns die genutzten
Quellen bekannt. Wir kennen auch die Namen vieler
Bücher die angefertigt wurden und wissen, dass
7 Millionen Exemplare in die Vereinigten Staaten geschickt
wurden. Eine erstaunliche Anzahl in Anbetracht der
damals existierenden Technologie.
"The
Turkish race was... from the first black day they
entered Europe, the one great anti-human specimen
of humanity... as far as their dominion reached, civilisation
vanished from view."
William
Gladstone, British Prime Minister, "The Bulgarian
Horrors and the Question of the East," 1876
Fast
alle wichtigen Autoren dieser Zeit, darunter auch
einige der meistbekannten, wie Arnold Bennett, John
Buchan und viele andere mehr arbeiteten für "Wellington
House" und auch verschiedene führende Verlage
arbeiteten mit ihm zusammen. Sie bereiteten Papiere,
Bücher und Pamphlete vor. Um der Wahrnehmung
des Krieges die gewünschte Form geben zu können,
wurden den Büchern zahlreiche Verweise hinzugefügt.
Nicht immer ist es möglich, die angegebenen Verweise
aufzufinden.
Der
Hauptfocus der Arbeit des "Wellington House"
richtete sich auf Deutschland, aber auch dem Osmanischen
Reich widmete man eine beträchtliche Aufmerksamkeit.
Die Britischen Offiziere brachten den osmanischen
Offizieren ein gewisses Gefühl der Zusammengehörigkeit
entgegen und es war eines der Ziele, dieses positive
Bild zu zerstören und es durch eines zu ersetzen,
das die türkischen Offiziere böse, verräterisch
und nicht vertrauenswürdig zeigte.
Bei
Büchern und Autoren zum Thema "Osmanen",
die vom "Wellington House" veröffentlicht
wurden, können zahlreiche Fälschungen festgestellt
werden. Zum Beispiel veröffentlichte "Wellington
House" die Memoiren von einem Herrn Fa'iz, angeblich
ein syrisches Mitglied der "Einheits- und Fortschrittspartei".
Fa'iz scheint nie gelebt zu haben. Dennoch berichten
seine "Memoiren" über jegliche Art
von Angelegenheiten, einschließlich privater
Konversationen von Talat Pascha, von denen er unmöglich
Kenntnis hätte haben können.
Das
"Wellington House" reflektierte eine frühe
anglo-amerikanische Entente und es gab gute Verbindungen
zwischen der amerikanischen Botschaft in Istanbul
und den amerikanischen Missionaren, die in der Türkei
arbeiteten. Diese hatten oftmals eine enge Verbindung
mit den nationalistischen Gruppen der Armenier und
waren tendenziell anti-osmanisch. Man behauptete,
dass man geheime Informationen entdeckt und an die
Öffentlichkeit gebracht habe, aber es ist wahrscheinlicher,
dass diese "Informationen" einfach nur erfunden
wurden.
Infolge
des Krieges und der armenischen Aufstände brach
1915 in vielen Provinzen Ostanatoliens die Ordnung
zusammen. Bryce and Toynbee begannen Material über
angebliche türkische Grausamkeiten zu sammeln
und zu veröffentlichen. 1916 ermutigte Lloyd
George sie dazu, diese in dem "Blauen Buch"
zusammenzustellen, dass dem Parlament vorgelegt wurde
und sich zum klassischen Dokument der radikalen armenischen
Nationalisten entwickelte.
"The
Turks are a human cancer, a creeping agony in the
flesh of the lands they misgovern, rotting every fiber
of life. I am glad that the Turk is to be called to
a final account (referring to the impending Greek
invasion of Asia Minor ) for his long record of infamy
against humanity."
David
Lloyd George, Prime Minister of the United Kingdom
Toynbee
scheint den Inhalt der Beschuldigungen, die er von
missionarischen Quellen erhielt, geglaubt zu haben.
Nichtsdestotrotz hat er diese weiter ausgeschmückt.
Er war ein Mann, dessen Land sich im Krieg befand
und der daran glaubte, dass es in so einer Zeit richtig
war, für sein Land zu lügen. Er war an sich
nicht anti-türkisch eingestellt, wie es seine
spätere Laufbahn zeigte, aber 1916 war er sehr
weit von den tatsächlichen Ereignissen in Anatolien
entfernt.
Eine
Untersuchung der von ihm genutzten Quellen zeigt,
dass auch sie weit von den Ereignissen entfernt und
oftmals übertrieben waren oder die Tatsachen
nicht richtig widergaben. Zum Beispiel werden viele
Berichte einem "Reisenden" zugeschrieben,
wobei nahegelegt wird, dass es sich um einen reisenden
westlichen Beobachter handelt. In Wirklichkeit handelte
es sich jedoch zumeist um einen Armenier der Region,
der höchstens einige Meilen zurückgelegt
hatte. Für ungefähr zehn Prozent der Berichte
werden keine Quellen angegeben und andere genannte
Quellen beruhen unweigerlich auf Hörensagen.
Es gibt praktisch keine Augenzeugen-Berichte.
Diese
in Bezug auf wirkliche Tatsachen schwache Grundlage
entspricht der von Berichten, die von "Wellington
House" über von Deutschland in Belgien verübten
Greueltaten veröffentlicht wurden. Nach Ende
des Krieges untersuchte die belgische Regierung den
Wahrheitsgehalt dieser Berichte. Aber wie allgemein
bekannt ist, stellte es sich heraus, dass sie der
Grundlage entbehrten. Bei den in dem "Blauen
Buch" dargestellten Greueltaten verhält
es sich ebenso. Es mangelt an wirklichen Belegen für
ihre Existenz und sie wurden von außenstehenden
Beobachtern nicht bestätigt. In vielen Fällen
sind die Aussagen nur begrenzt glaubwürdig, weil
sie nicht authentisch sind oder weil der Zeuge sehr
selektiv und voreingenommen war. So wird zum Beispiel
in den Berichten der armenischen Missionare in Van
nicht darauf hingewiesen, dass die Armenier im Verlauf
ihres Aufstandes alle muslimischen Bewohner dieser
Stadt getötet haben. Aber es wurden an bestimmten
Orten Massengräber gefunden und es ist unmöglich,
dass die Menschen dort davon nichts gewusst haben
sollten.
In
vielen Fällen zirkulierten die Informationen
im Kreis. Geschichten, die man der amerikanischen
Botschaft in Istanbul mitteilte, wurden von Quellen
in dieser Botschaft aufbereitet und kehrten in neuer
Aufmachung an ihren Ursprung zurück. Einen ähnlichen
kreisförmigen Umlauf kann man auch bei Berichten
vom Botschafter Morgenthau und von Lepsius, den beiden
Hauptautoren, die die Osmanen wegen Massakern an den
Armeniern angriffen, beobachten.
Ohne
Zweifel ist eine goße Anzahl von Menschen gestorben,
aber die Mehrheit der 1,3 Millionen Armenier, die
zu Beginn des Krieges in Anatolien lebte, war am Ende
des Krieges noch am Leben. Ungefähr 3 Millionen
Muslime starben während des Krieges. Jede Gruppe,
auch die Juden wurden zum Opfer von Angriffen und
es gab eine gewaltige Anzahl von Betroffenen auf Grund
der zusammengebrochenen Ordnung.
Die
anti-deutsche Propaganda wurde nach dem Ende schnell
unglaubwürdig und geriet in Vergessenheit. Unglücklicherweise
wurde das Dokument von Bryce und Toynbee allgemein
anerkannt und von armenischen Nationalisten zur Unterstützung
ihrer Sache eingesetzt. Es gab keine türkische
Erwiderung darauf, die seine Fehler deutlich machte.
Eine neue Auflage des "Blauen Buches" ist
vor kurzem veröffentlicht worden. Es wurde von
Ara Sarafyan herausgegeben. Es ist das dritte Mal,
dass das "Blaue Buch" neu aufgelegt wurde.
Sarafyan erwähnt nichts von dem Wellington-House-Hintergrund
oder der in Frage zu stellenden Glaubwürdigkeit
der Quellen für die Geschichten der Greueltaten
in diesem Buch. In der Tat arbeitet die britische
Kriegspropaganda aus dem Ersten Weltkrieg immer noch
gegen die Türkei und ihre Menschen.
Weitere
Information über Wellington-House finden Sie
unter:
spartacus.schoolnet.co.uk